Geschäftsklima-Index der Kliniken auf Rekordtief: Was minus 51 für die Personalplanung bedeutet
Geschäftsklima-Index der Kliniken fällt auf minus 51 – nur 14% sehen ihre Lage als gut. Was das für die Personalplanung bedeutet.
Geschäftsklima-Index der Kliniken auf Rekordtief: Was minus 51 für die Personalplanung bedeutet
Die deutschen Krankenhäuser blicken so pessimistisch auf ihre wirtschaftliche Lage wie nie zuvor gemessen. Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) hat gemeinsam mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) für das zweite Quartal 2026 einen Geschäftsklima-Index von minus 51 ermittelt – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung. Für Einrichtungen bedeutet das: Personalplanung wird zum Balanceakt zwischen Sparzwang und Versorgungssicherheit. Und genau hier setzt Zeitarbeit als flexibler Hebel an.
Ein Index, der alle Branchen unterbietet
Der Geschäftsklima-Index bildet die Einschätzung der Kliniken zu ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden Monate ab und kann zwischen den Extremwerten minus 100 und plus 100 schwanken. Mit minus 51 liegen die Krankenhäuser laut DKG-Mitteilung 18 Punkte unter dem schwächsten Wert aller vom ifo-Institut untersuchten Wirtschaftszweige – dem Handel mit minus 32,7. Das Krankenhauswesen ist damit im Branchenvergleich das Schlusslicht der deutschen Wirtschaft, deutlich abgeschlagen hinter Sektoren, die ohnehin schon unter Druck stehen.
Grundlage der Erhebung ist eine repräsentative Online-Befragung von 274 Krankenhäusern mit mehr als 100 Betten, die DKI und DKG gemeinsam durchführen. Der Index ist damit kein Stimmungsbild einzelner Häuser, sondern spiegelt einen breiten Querschnitt der Kliniklandschaft.
Nur 14 Prozent sehen ihre Lage als gut
Konkret bewerten nur 14 Prozent der befragten Kliniken ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut, 58 Prozent dagegen als unbefriedigend. Die Unzufriedenheit verteilt sich dabei nicht gleichmäßig: In ländlichen Regionen schätzen laut DKG sogar zwei von drei Krankenhäusern ihre Lage als unbefriedigend ein. Noch deutlicher fällt das Bild bei großen Häusern aus – bei Kliniken mit mehr als 600 Betten sind es sogar 77 Prozent, die ihre wirtschaftliche Situation als unbefriedigend beschreiben.
Das zeigt: Wirtschaftlicher Druck ist längst kein Randphänomen kleinerer Landkrankenhäuser mehr. Auch Maximalversorger mit hoher Fallzahl und breitem Leistungsspektrum kämpfen mit angespannten Budgets, steigenden Kosten und unsicheren Erlösen.
Der Blick nach vorn ist noch trüber
Besonders bemerkenswert ist die Erwartungshaltung für die zweite Jahreshälfte 2026: 61 Prozent der Kliniken rechnen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert. Ein nennenswerter Anteil, der eine Verbesserung erwartet, geht aus der Erhebung nicht hervor. Die Kliniken gehen also mehrheitlich davon aus, dass der aktuelle Tiefpunkt noch nicht das Ende der Talfahrt ist.
Für Personalverantwortliche in Einrichtungen ist das eine unbequeme Ausgangslage: Wer davon ausgehen muss, dass sich die wirtschaftliche Situation weiter verschärft, kann kaum langfristig und mit stabilen Budgets planen. Investitionsentscheidungen, Neueinstellungen und Ausbau von Stationen geraten unter diesen Vorzeichen ins Stocken – während der Versorgungsbedarf selbst unverändert bleibt.
Was der Index für die Dienstplanung bedeutet
Genau in dieser Spannung zwischen knappen Budgets und unverändertem Personalbedarf entscheidet sich, wie Kliniken ihre Personaldecke organisieren. Wenn wirtschaftliche Unsicherheit gegen langfristige Festeinstellungen spricht, weil Personalkosten über Jahre gebunden werden, während Erlöse und Fördermittel unsicher bleiben, wird kurzfristige, bedarfsgerechte Personalabdeckung zu einer naheliegenden Antwort. Ausfälle durch Krankheit, saisonale Belastungsspitzen oder Vakanzen bei der Stellenbesetzung lassen sich so überbrücken, ohne dass Häuser sich langfristig binden müssen, deren wirtschaftliche Perspektive für die kommenden Monate laut eigener Einschätzung eher unsicher als stabil ist.
Das gilt in besonderem Maße für die Häuser, die laut DKI/DKG-Erhebung am stärksten unter Druck stehen: ländliche Kliniken und große Maximalversorger. Beide Gruppen brauchen verlässliches Fachpersonal, können sich aber angesichts der Zahlen kaum unkalkulierbare Fixkostenrisiken leisten.
Zwischen Sparzwang und Versorgungsauftrag
Der Widerspruch, in dem viele Einrichtungen aktuell stecken, lässt sich klar benennen: Der gesetzliche Versorgungsauftrag verlangt eine ausreichende Personaldecke auf jeder Station, unabhängig davon, wie die wirtschaftliche Lage gerade aussieht. Gleichzeitig zwingt ein Geschäftsklima-Index von minus 51 dieselben Häuser dazu, jede zusätzliche Fixkostenbindung genau zu prüfen. Wird eine Vollzeitstelle neu geschaffen, bindet sich das Haus über Jahre an Personalkosten, Sozialabgaben und Nebenleistungen – in einer Phase, in der laut eigener Einschätzung 61 Prozent der Kliniken von einer weiteren Verschlechterung ausgehen. Diese Diskrepanz zwischen Versorgungspflicht und wirtschaftlicher Zurückhaltung ist genau der Punkt, an dem starre Personalplanung an ihre Grenzen stößt und variable Modelle an Bedeutung gewinnen.
doctevio als Partner in unsicheren Zeiten
Für Pflegekräfte, MTR/MTRA und Ärzte bedeutet ein solches wirtschaftliches Klima häufig Unsicherheit am eigenen Arbeitsplatz – für Einrichtungen die Notwendigkeit, trotz angespannter Lage versorgungssicher zu bleiben. doctevio bringt beide Perspektiven zusammen: Über flexible, übertariflich vergütete Zeitarbeit können Fachkräfte planbare Einsätze bei Einrichtungen übernehmen, die kurzfristig Personal brauchen, ohne sich langfristig an ein einzelnes Haus binden zu müssen. Einrichtungen wiederum erhalten Zugriff auf qualifiziertes Personal, ohne zusätzliche Festkosten in einer Phase einzugehen, in der laut Geschäftsklima-Index mehr als die Hälfte der Kliniken mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Lage rechnet. Gerade wenn wirtschaftliche Planungssicherheit fehlt, wird diese Flexibilität für beide Seiten zum entscheidenden Vorteil.